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Robin Cook

 

Robin Cook wurde 1940 in New York City geboren. Ursrünglich wollte er Archäologe werden, doch stellte er fest, dass alle interessanten versunkenen Städte bereits entdeckt waren und seine Berufung wohl eher menschenorientiert sei. So studierte Robin Cook Medizin an der Columbia University und arbeitete nach seinem Abschluss 1966 als Assistenzarzt auf Hawaii. Der junge Doktor beschäftigt sich mit wissenschaftlicher Forschung, aber der humanistische Aspekt der Disziplin rückt zunehmend in den Fordergrund seines Interesses - genauer: der Mangel an Humanismus in der Medizin. Mit dieser Erfahrung, die er als Abschied von einer romantischen Medizin-Vorstellungen bezeichnet, fällt sein Entschluss, ein Buch zu schreiben.

Um nicht in den Vietnamkrieg ziehen zu müssen, meldete sich Cook nach seiner Einberufung zur Marine und diente auf einem U-Boot, das hauptsächlich zu Forschungszwecken durch die Tiefen der Meere kreiste. Unter Wasser begann Cook mit dem Schreiben - es entstand ein erster Roman »The Year of the Intern«, der seine Zeit in Honolulu reflektiert und in drei Abschnitten von seinen Erfahrungen als junger Arzt berichtet. Das Buch verkauft sich schlecht, und als der Autor es einer erneuten kritischen Prüfung unterzieht, stellt er fest, "dass mein Roman schlicht langweilig war" (1). Wenn er, so Cook, seine Einsichten über Medizin verbreiten wolle, dann müsse die Lektüre Spaß machen.

Cook liest Bestseller und versucht, ihre Funktionsweise zu analysieren. Er beschäftigt sich mit Krimis und Thrillern - einem Genre, mit dem er bis dahin kaum in Berührung gekommen ist - und ist überrascht von der Kurzweil, die ihm die Lektüre bereitet. Besonders Politthriller wecken sein Interesse: Er benennt u.a. Eric Ambler, Frederic Forsyth und »Seven Days in May«, seinerzeit ein Bestseller von Fletcher Knebel und Charles W. Bailey über einen Staatsstreich in den USA, den Cook gleich mehrfach gelesen hat.

Doch Cooks Terrain ist nicht die Politik, sondern die Medizin. Mit frischem Elan beginnt er seinen zweiten Roman »Coma«. Tagsüber arbeitet er in seiner Privatpraxis für Augenheilkunde und am Massachusetts Eye and Ear Infirmary in Boston, er unterrichtet und belegt selbst Kurse (nicht nur Medizin, sondern auch zu politischen Themen), nachts arbeitet er an seinem Roman. »Coma« erscheint 1977 und wird ein Bestseller. Mehr als das Buch selbst hat vielleicht die Verfilmung mit Geneviève Bujold, Michael Douglas und Richard Widmark zu Cooks Ruhm beigetragen, die bereits im folgenden Jahr in die Kinos kam. Inszeniert wurde der Film übrigens von dem wohl bekanntesten "schreibenden Arzt" - von Multi-Genie Michael Crichton, der auch selbst das Drehbuch verfasste.

Es folgen ein weiterer Roman, in dem der Autor seinen ersten Berufswunsch - Archäologe - verarbeitet (ebenfalls fürs Kino adaptiert), und dann ein ganzer Stapel Medizin-Thriller, die zum Markenzeichen Robin Cooks werden. Von der Stammzellenforschung bis zur Organtransplantation, von Künstlicher Befruchtung bis zum Klonen hat Cook über alle möglichen medizinischen Themen geschrieben - zumeist bevor sie Gegenstand öffentlicher Debatten wurden. Cook kritisiert, dass Mediziner der ethischen Tragweite ihrer Entscheidungen vielfach nicht gewachsen sind. Viele seiner Bösewichte sind Ärzte - hervorragend ausgebildet mit hohem technisch-wissenschaftlichen Sachverstand, aber gravierenden, wenn auch nicht immer offensichtlichen Defekten an Herz und Hirn.

Cook konzentriert sich in seinen Thrillern nicht auf die rein wissenschaftliche Seite der Materie, sondern beschreibt auch die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge:

"Ich bin übrigens sehr besorgt über die Finanzierung der Forschung in den USA. Diese konzentriert sich zunehmend in den Händen riesiger Labors, deren vornehmliches Ziel die Suche nach Profit ist... Beachtliche Summen werden z.B. in die Werbung investiert, statt sie für die Pflege der Patienten zu verwenden. Angesichts solch einer enormen Macht bedarf es gewisser 'Wächter', zu denen ich zu zählen hoffe." (2).

Etwa aus Rücksicht vor der mächtigen Lobby der Abtreibungsgegner hat sich die US-Administration aus einigen Forschungsgebieten zurückgezogen und überlässt das Feld privaten Einrichtungen. Was hinter den geschlossenen Türen privater Labore geschieht, kann (und will wohl auch) niemand kontrollieren. In kaum einem anderen Wirtschaftsbereich ist die Kluft zwischen dem Anspruch - Forschung zum Wohle der Menschheit - und der Realität - skrupellose Geschäftemacherei - so gewaltig wie in der Medizin. Selbst das Klonen von Menschen ist für Robin Cook nicht Science Fiction, sondern wird eines Tages Realität werden - vielleicht nicht morgen, übermorgen aber gewiss. Seine Absicht, so Cook, ist es, das Interesse der Öffentlichkeit für die ethisch relevanten Fragen in der Medizin zu wecken, "denn letztlich sollte nur die Öffentlichkeit wirklich entscheiden, welchen Weg wir gehen sollen (...)" (3).

Bis auf wenige Ausnahmen - etwa »Invasion«, einem Roman über die Landung Außerirdischer, und »Abduction«, einem phantastischen Abenteuer nach Atlantis-Muster - ist Cook seit mehr als fünfundzwanzig Jahren seinem Genre treu geblieben. Trotz seines großen Erfolgs arbeitete der Bestsellerautor weiterhin als Arzt. Seine Privatpraxis hatte er zwar schon seit längerem aufgegeben, aber bis vor kurzem noch am Massachusetts Eye and Ear Infirmary praktiziert. Mittlerweile hat sich Robin Cook in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Er lebt - und schreibt - in Boston und in Florida.

 

Quellen und Links:

(1) Ein kleines Interview mit »Le grand livre du mois«, hier aus einem Nachdruck unter
http://perso.wanadoo.fr/calounet/interview/cook.htm zitiert.       [zurück]

(2) Ebd.       [zurück]

(3) What a shock: Robin Cook fuses stem cells with a suspenseful tale.
Interview by Jay MacDonald. Unter:
http://www.bookpage.com/0109bp/robin_cook.html.       [zurück]

 

Ein weiterführendes Audio-Interview mit Don Swaim (Real Player) finden Sie unter
http://www.wiredforbooks.org/robincook/index.htm.
Viele Bücher Cooks wurden fürs Kino und vor allem Fernsehen adaptiert.
Eine Liste finden Sie in der Internet Movie Database unter
http://german.imdb.com/name/nm0177257/.

 

Standalones:
The Year of the Intern
[New York: Harcourt, Brace, Jovanovich, 1972]
1972
Coma
[Boston: Little, Brown, 1977]
[London: Macmillan, 1977]
1977 Koma
[Frankfurt/M.: Ullstein, 1979]
Sphinx
[New York: Putnam, 1979]
[London: Macmillan, 1979]
1979 Der Fluch der Sphinx
[Bergisch Gladbach: Bastei-Verlag Lübbe, 1994]
[München: Droemer-Knaur, 1981 unter dem neuen Titel]
[München: Droemer-Knaur, 1980 unter dem Titel »Sphinx«]
Brain
[New York: Putnam, 1981]
[London: Macmillan, 1981]
1981
Fever
[New York: Putnam, 1982]
[London: Macmillan, 1982]
1982 Fieber
[München: Goldmann, 1994]
[München: Heyne, 1985]
[Bayreuth: Hestia, 1983]
Godplayer
[New York: Putnam, 1983]
[London: Macmillan, 1983]
1983 Gottspieler
[München: Orbis-Verlag, 2000]
[München: Goldmann, 1995]
[Bergisch Gladbach: Bastei-Verlag Lübbe, 1988]
[Stuttgart: Deutscher Bücherbund, 1987 unter dem Titel »Exitus«]
[Bayreuth: Hestia, 1985]
Mindbend
[New York: Putnam, 1985]
[London: Macmillan, 1985]
1985 Pharmakon
[München: Droemer-Knaur, 1990]
[Bayreuth: Hestia, 1988]
Mortal Fear
[New York: Putnam, 1988]
[London: Macmillan, 1988]
1988 Todesangst
[München: Droemer-Knaur, 1994]
[Bayreuth: Hestia, 1990]
Mutation
[New York: Putnam, 1989]
[London: Macmillan, 1989]
1989 Das Ungeheuer
[München: Droemer-Knaur, 1994]
[Bayreuth: Hestia, 1991]
Harmful Intent
[New York: Putnam, 1990]
[London: Macmillan, 1990]
1990 Narkosemord
[München: Goldmann, 1996]
[Gütersloh: Bertelsmann-Club, 1993]
[Rastatt: Hestia, 1992]
Blindsight
[New York: Putnam, 1992]
[London: Macmillan, 1992]
1992 Blindwütig
[München: Goldmann, 1995]
[München: Bertelsmann, 1993 unter dem Titel »Blind«]
Terminal (1)
[New York: Putnam, 1993]
[London: Macmillan, 1993]
1993 Tödliche Geschäfte
[München: Goldmann, 1999]
[München: Blanvalet, 1997]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 1994
unter dem Titel »Unheilbar«]
Fatal Cure (1)
[New York: Putnam, 1993]
[London: Macmillan, 1993]
1993 Todesengel
[München: Blanvalet, 2003]
[München: Goldmann, 1996]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 1995]
Acceptable Risk
[New York: Putnam, 1994]
[London: Macmillan, 1994]
1994 Das Experiment
[München: Blanvalet, 2001]
[München: Goldmann, 1996]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 1996]
Invasion
[New York: Berkley Books, 1997]
[London: Macmillan, 1997]
1997 Grünes Gift
[München: Blanvalet, 2002]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 1998]
Toxin
[New York: Putnam, 1998]
[London: Macmillan, 1998]
1998 Toxin
[München: Blanvalet, 2000]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 1999]
Abduction
[New York: Berkley, 2000]
[London: Pan, 2000]
2000 Tauchstation
[München: Blanvalet, 2002]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 2001]
Shock
[New York: Putnam, 2001]
[London: Macmillan, 2001]
2001 Schock
[München: Blanvalet, 2003]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 2002]
Seizure
[New York: Putnam, 2003]
[London: Macmillan, 2003]
2003 Die Operation
[München: Blanvalet, 2004]

 

(1) »Terminal« ist wohl schon im Dezember 1992 erschienen, wird aber in den Datenbanken unter dem Jahr 1993 geführt. Andersrum »Fatal Cure«: Offizieller Erscheinungstermin war der 1. Januar 1994, wird aber ebenfalls zumeist unter dem Jahr 1993 geführt.

 

Pia Grazdani-Romane:
Death Benefit
[New York: Putnam, 2011]
[London: Macmillan, 2012]
2011 Ein teurer Tod
[München: Blanvalet, 2014]
Nano
[New York: Putnam, 2012]
[London: Macmillan, 2013]
2012

 

Melissa Blumenthal-Romane:
Outbreak
[New York: Putnam, 1987]
[London: Macmillan, 1987]
1987 Virus
[München: Droemer-Knaur, 1993]
[Bayreuth: Hestia, 1989]
Vital Signs
[New York: Putnam, 1991]
[London: Macmillan, 1991]
1991 Trauma
[Bergisch Gladbach: Bastei-Verlag Lübbe, 1993]

 

Jack Stapleton und Laurie Montgomery-Romane:
Contagion
[New York: Putnam, 1995]
[London: Macmillan, 1995]
1995 Das Labor
[München: Goldmann, 1997]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 1997]
Chromosome 6
[New York: Putnam, 1997]
[London: Macmillan, 1997]
1997 Chromosom 6
[München: Blanvalet, 2000]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 1998]
Vector
[New York: Putnam, 1999]
[London: Macmillan, 1999]
1999 Der Experte
[München: Blanvalet, 2001]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann-Club, 2000 unter dem Titel »Anthrax«]
Marker
[New York: Putnam, 2005]
[London: Macmillan, 2005]
2005 Labor des Teufels
[München: Blanvalet, 2007]
Crisis
[New York: Putnam, 2006]
[London: Macmillan, 2006]
2006 Crisis
[München: Blanvalet, 2008]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann Club, 2007]
Critical
[New York: Putnam, 2007]
[London: Macmillan, 2007]
2007 Die Seuche Gottes
[München: Blanvalet, 2009]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann Club, 2009]
Foreign Body
[New York: Putnam, 2008]
[London: Macmillan, 2008]
2008 Die Hand des Bösen
[München: Blanvalet, 2010]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann Club, 2009]
Intervention
[New York: Putnam, 2009]
[London: Macmillan, 2010]
2009 Obduktion
[München: Blanvalet, 2011]
[Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann Club, 2010]
Cure
[New York: Putnam, 2010]
[London: Macmillan, 2011]
2010 Testphase
[München: Blanvalet, 2013]

 

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