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Amanda Cross

 

Amanda Cross wird 1926 als Carolyn G. Heilbrun in New Jersey geboren. Sie studiert Kunst und Literatur am Wellesley College und an der Columbia University. 1951 macht sie ihren Magister, 1959 folgt die Promotion. Sie unterrichtet ein Jahr am Brooklyn College und kehrt wieder mit einem Lehrauftrag an die Columbia University zurück, an der sie bis zu ihrer Pensionierung 1992 Literatur unterrichtet.

Carolyn Heilbrun schreibt seit 1964 Kriminalromane, die in das Subgenre des Acadamic Mystery gehören. Mit ihrer Hauptfigur Kate Fansler, ebenfalls Literaturprofessorin, setzt sich Heilbrun kritisch mit dem männerdominierten Wissenschaftsbetrieb auseinander. Aus Angst, von den Kollegen geschnitten zu werden, veröffentlicht sie ihre Romane unter dem Pseudonym Amanda Cross. Erst 1972, nachdem ihr die Columbia University einen unbefristeten Vertrag gegeben hatte, outet sich Heilbrun als Verfasserin der Amanda-Cross-Krimis. Im gleichen Jahr legt sie sich offen mit ihren Kollegen an: In einem - in akademischen Kreisen - aufsehenerregendem Artikel attackiert sie ihre männlichen Lehrmeister und deren Frauenbild in der Literaturwissenschaft.

Die Figur Kate Fansler ist eine der ersten weiblichen Detektive in der amerikanischen Literatur. Aufmerksame Leser haben eine gewisse Radikalisierung in ihrer Entwicklung ausgemacht: In den ersten Romanen agiere die Hobby-Detektivin noch weitgehend konform mit den Institutionen und strebt nichts weniger als die Präsidentschaft an ihrer Universität an. In den späteren Werken hingegen suche Fansler zunehmend die Konfrontation.

Auf die Frage, seit wann sie sich als Feministin definieren würde, antwortete Carolyn Heibrun:

Nun, ich würde sagen, dass ich immer wie eine Feministin gefühlt habe, weil ich schon als ich erwachsen wurde nicht in die für uns vorgeschriebene weibliche Welt wollte. Ich habe mich für nichts davon interessiert - nicht für Kleidung, Garten- und Handarbeit, das Einrichten eines Haushalts, gar nichts. Aber es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, mich selbst eine Feministin zu nennen. Das habe ich erst gemacht, als die Bewegung begann. Das war in der wirklich aufregenden, berauschenden Zeit in den späten Sechzigern, frühen Siebzigern.
(zitiert nach: Diane Sherlock: Gender Matters. A Conversation with Carolyn Heilbrun. Der Artikel war mal unter der Adresse http://www.radcliffe.edu/quarterly/199804/remarkable_acts.html online.)

 

Einen ausführlichen Essay von Nelson Falcon, der sich mehr mit Carolyn Heilbruns wissenschaftlichen Tätigkeit und ihren Auseinandersetzung mit der Columbia University beschäftigt, war unter Sie unter
https://www1.columbia.edu/sec/bboard/021/hist3057-001/msg00766.html
im Internet. Der Artikel ist mittlerweile nicht mehr online.

Carolyn G. Heilbrun nahm sich am 09. Oktober 2003 das Leben. Mit dem Thema Freitod hatte sie sich bereits 1997 in ihrem Buch »The Last Gift of Time. Life Beyond Sixty« befasst.

 

Kate Fansler-Serie:
In the Last Analysis
[New York: Macmillan, 1964]
[London: Gollancz, 1964]
1964 Gefährliche Praxis
[München: dtv, 1990]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1988]
The James Joyce Murder (1)
[New York: Macmillan, 1967]
[London: Gollancz, 1967]
1967 In besten Kreisen
[München: dtv, 1991]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1989]
[München: Desch, 1968]
Poetic Justice
[New York: Knopf, 1970]
[London: Gollancz, 1970]
1970 Eine feine Gesellschaft
[München: dtv, 1992]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1989]
The Theban Mysteries
[New York: Knopf, 1971]
[London: Gollancz, 1972]
1971 Schule für höhere Töchter
[München: dtv, 1993]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1990]
The Question of Max
[New York: Knopf, 1976]
[London: Gollancz, 1976]
1976 Tödliches Erbe
[München: dtv, 1993]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1990]
Death in a Tenured Position
[New York: Dutton, 1981]
[London: Gollancz, 1981 unter dem Titel »A Death in the Faculty«]
1981 Die Tote von Harvard
[München: dtv, 1995]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1991]
Sweet Death, Kind Death
[New York: Dutton, 1984]
[London: Gollancz, 1984]
1984 Süßer Tod
[München: dtv, 1994]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1991]
No Word from Winifred
[New York: Dutton, 1986]
[London: Virago, 1987]
1986 Albertas Schatten
[München: dtv, 1990]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1988]
A Trap for Fools
[New York: Dutton, 1989]
[London: Virago, 1990]
1989 Der Sturz aus dem Fenster
[München: dtv, 1994]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1992]
The Players Come Again
[New York: Random House, 1990]
[London: Virago, 1990]
1990 Verschwörung der Frauen
[München: dtv, 1995]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1992]
An Imperfect Spy
[New York: Ballantine, 1995]
[London: Virago, 1995]
1995 Spionin in eigener Sache
[München: dtv, 1997]
[Frankfurt/M.: Eichborn, 1995]
The Puzzled Heart
[New York: Ballantine, 1998]
1998 Das zitternde Herz
[München: dtv, 1999]
Honest Doubt
[New York: Ballantine, 2000]
2000
The Edge of Doom
[New York: Ballantine, 2002]
2002

 

(1) Im Katalog der Library of Congress finden sich zwei Ausgaben, bei denen das Copyright mit 1982 angeben ist. Wahrscheinlich hat Amanda Cross in dem Jahr eine überarbeitete Ausgabe des Romans herausgebracht.    [zurück]

 

Anthologie:
The Collected Stories
[New York: Ballantine, 1997]
1997

 

Literaturwissenschaft: (2)
Christopher Isherwood
[New York: Columbia University Press, 1970]
1970
Toward a Recognition of Androgyny
[New York: Knopf, 1973]
1973
Reinventing Womanhood
[New York: Norton, 1979]
[London: Gollancz, 1979]
1979
The Representation of women in fiction
[Baltimore; London: John Hopkins University Press, 1983]
1983
Writing a Woman's Life
[New York: Norton, 1988]
[London: Women's Press, 1989]
1988
Hamlet's Mother and other Women.
Feminist Essays on Literature
[New York: Columbia University Press, 1990]
[London: Women's Press, 1991]
1990
The Education of a Woman.
The Life of Gloria Steinem
[New York: Dial Press, 1995]
[London: Virago, 1996]
1995
The Last Gift of Time.
Life Beyond Sixty
[New York: Dial Press, 1997]
1997
Women's Lives.
The View from the Threshold
[Toronto, London: University of Toronto Press, 1999]
1999
When Men were the only Models we Had.
My Teachers Barzun, Fadiman, Trilling
[Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 2002]
2002

 

(2) Die hier erwähnten Titel erschienen unter ihrem bürgerlichen Namen Carolyn G. Heilbrun. Es ist dies natürlich nicht ihr gesamtes literaturwissenschaftliches Werk, sondern nur das, was als Buch erschien.    [zurück]

 

Über Carolyn G. Heilbrun:
1996 Susanne M. Maier: Aren't all scholars really detectives?.
Dynamisches Wechselspiel zwischen Literaturtheorie und schriftstellerischer Praxis am Beispiel von Carolyn G. Heilbrun /Amanda Cross
[Essen: Blaue Eule, 1996]
Julia B. Boken: Carolyn G. Heilbrun
[New York: Twayne Publishers, 1996]
[London: Prentice Hall International, 1996]
1996
Susan Kress: Carolyn G. Heilbrun.
Feminist in a Tenured Position
[Charlottesville, London: University Press of Virginia, 1997]
1997

 

© j.c.schmidt, 2002 - 2009

 

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