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Ross Macdonald

 

Ross Macdonald Ross Macdonald wurde 1915 als Kenneth Millar in Los Gatos, Kalifornien geboren, wuchs jedoch in Kanada auf, woher seine Eltern stammten. Der Vater verließ die Familie, als der Junge drei Jahre alt ist. Die Mutter will ihn in ein Waisenhaus stecken, doch schließlich nimmt sich eine Tante seiner an. Nach ihrem Tod - Kenneth Millar ist gerade zwölf Jahre alt - wächst er in unterschiedlichen Internaten auf. »Ich habe die Zimmer gezählt, in denen ich in den ersten 16 Jahren meines Lebens gelebt habe, und kam insgesamt auf fünfzig«, schrieb er. Das Motiv der verlorenen, entwurzelten Söhne (und Töchter) zieht sich durch nahezu all seine Romane und Geschichten.

In den 30er Jahren studiert Millar in Ontario, Toronto und Michigan. Er unterbricht sein Studium für ein Jahr und reist durch Europa. 1938 kehrt Millar nach Kanada zurück und heiratet Margaret Sturm, die unter dem Ehe-Namen Margaret Millar eine erfolgreiche Kriminalautorin wurde. Millar unterrichtet Englisch und Geschichte an prep-schools (meist private Schulen, die die Kids auf das College vorbereiten), und später an der University of Michigan. Seinen Militärdienst leistet er in der United States Naval Reserve im Pazifik. 1946 wird er in Kalifornien stationiert, wohin er mit seiner Familie schließlich zieht.

Kenneth Millar beginnt mit dem Schreiben als er merkt, daß seine Frau Margaret mit der Schriftstellerei bald mehr Geld verdient als er als Dozent. Sein erster Roman erscheint 1944 , sein erstes Lew-Archer-Roman vier Jahre später. Millar legt sich ein Pseudonym zu, weil er seine Kriminalromane von den anderen Büchern unterscheiden will: So wird aus Kenneth Millar John Macdonald (nach seinem Vater), dann John Ross Macdonald, und nach dem sechsten Lew Archer-Roman The Barbarous Coast, 1956, schließlich Ross Macdonald, weil es immer wieder Verwechslungen mit John D. Macdonald gab.

Der Name »Lew Archer«, so behaupten manche Quellen, stamme von Hammetts Miles Archer, Sam Spades ermordetem Partner im Malteser Falken. Millar selbst hat dies aber nie bestätigt.

Millars Romane verkaufen sich gut und werden von der Kritik positiv aufgenommen. In der Ehe kommt es wegen der schriftstellerischen Konkurrenz zunehmend zu Reibereien, unter der auch die Tochter Linda zu leiden hat. Linda ist ein problematisches Kind und wird schließlich in eine tragische Geschichte mit tödlichem Ausgang verwickelt. Millar begibt sich Ende der Fünfziger Jahre in psychoanalytische Behandlung.

Allgemein wird der Autor Ross Macdonald als der legitime Nachfahre von Chandler und Hammett bezeichnet. Alle drei wurden von Alfred A. Knopf in New York verlegt. An anderer Stelle wurde darauf verwiesen, dass sich eine gleichsam natürliche Genealogie entwickelt habe: Chandler veröffentlichte seinen ersten Roman 1929, Hammett 1939, Macdonald seine erste PI-Novel 1949. Das politische Interesse, das die drei verbindet, ergänzt Macdonald um eine psychologische Tiefe: Immer wiederkehrendes Motiv sind die Schatten der Vergangenheit in zerrütteten Familien - der eiskalte Griff, von dem auch seine eigene Familie nicht verschont wird. Die Tochter Linda stirbt 1970 nach langer Alkohol-Krankheit. Ihr Tod ist der Auslöser für den Roman Sleeping Beauty, 1973.

Ross Macdonald starb am 11. Juli 1983 an Alzheimer.

 

Als Kenneth Millar: (1)
The Dark Tunnel
[New York: Dodd, Mead & Company, 1944]
[New York: Lions Library, 1955 unter dem Titel »I Die Slowly«]
1944
Trouble Follows Me
[New York: Dodd, Mead & Company, 1946]
[New York: Lion Books, 1955 unter dem Titel »Night Train«]
1946
Blue City
[New York: Alfred Knopf, 1947]
1947 Blue City
[Zürich: Diogenes, 1985]
[Bern u.a.: Scherz, 1961 unter dem Titel »Wettlauf mit dem Gestern«]
The Three Roads
[New York: Alfred Knopf, 1948]
1948 Der Mörder im Spiegel
[Zürich: Diogenes, 1985]
[München: Desch, 1967 unter dem Titel »Schwarze Vergangenheit«]

 

(1) Die Romane wurden später unter dem Autorennamen Ross Macdonald neu veröffentlicht. Wenn Sie Buchausgaben suchen, kommen Sie mit der Kombination aus Titel und Autor Kenneth Millar nicht sonderlich weit.

 

Lew Archer-Romane:
The Moving Target
[New York: Alfred Knopf, 1949]
1949 Reiche sterben auch nicht anders
[Reinbek: Rowohlt, 1970]
[Berlin: Amsel-Verlag, 1954 unter dem Titel »Das wandernde Ziel«]
The Drowning Pool
[New York: Alfred Knopf, 1950]
1950 Unter Wasser stirbt man nicht!
[Zürich: Diogenes, 1976]
[Reinbek: Rowohlt, 1970 unter dem Titel »Kein Öl für Mrs. Slocum«]
[Berlin: Amsel-Verlag, 1955 unter dem Titel »Wer zögert, ist verloren«]
The Way Some People Die
[New York: Alfred Knopf, 1951]
1951 Tote ertrinken nicht
[Reinbek: Rowohlt, 1969]
[Berlin: Amsel-Verlag, 1955 unter dem Titel »Freut mich, Sie kennen zu lernen, Mr. Archer«]
The Ivory Grin
[New York: Alfred Knopf, 1952]
[New York: Pocket Books, 1953 unter dem Titel »Marked for Murder«]
1952 Ein Grinsen aus Elfenbein
[Zürich: Diogenes, 1976]
[Reinbek: Rowohlt, 1968 unter dem Titel »Bis auf die Knochen«]
[Berlin: Amsel-Verlag, 1954 unter dem Titel &5aquo;Nichts als ein Skelett«]
Find A Victim
[New York: Alfred Knopf, 1954]
1954 Anderer Leute Leichen
[Reinbek: Rowohlt, 1967]
[Berlin: Amsel-Verlag, 1956 unter dem Titel »Opfer gesucht«]
The Barbarous Coast
[New York: Alfred Knopf, 1956]
1956 Die Küste der Barbaren
[Zürich: Diogenes, 1976]
[Reinbek: Rowohlt, 1966 unter dem Titel »Sprungbrett ins Nichts«]
The Doomsters
[New York: Alfred Knopf, 1958]
1958 Sanftes Unheil
[Zürich: Diogenes, 1984]
[Bern u.a.: Scherz, 1960 unter dem Titel »Schuldkonto der Vergangenheit«]
The Galton Case
[New York: Alfred Knopf, 1959]
1959 Der Fall Galton
[Zürich: Diogenes, 1976]
[Reinbek: Rowohlt, 1964 unter dem Titel »Ein schwarzes Schaf verschwindet«]
The Wycherly Woman
[New York: Alfred Knopf, 1961]
1961 Die wahre Mrs. Wycherly
[Bern u.a.: Scherz, 1964]
The Zebra-Striped Hearse
[New York: Alfred Knopf, 1962]
1962 Camping im Leichenwagen
[Reinbek: Rowohlt, 1965]
The Chill
[New York: Alfred Knopf, 1964]
1964 Gänsehaut
[Zürich: Diogenes, 1976]
[Bern u.a.: Scherz, 1966]
The Far Side of the Dollar
[New York: Alfred Knopf, 1965]
1965 Die Kehrseite des Dollars
[Reinbek: Rowohlt, 1975]
[Berlin, Weimar: Aufbau-Verlag, 1973]
[Zürich: Diogenes, 1971]
Black Money
[New York: Alfred Knopf, 1966]
1966 Schwarzes Geld
[Zürich: Diogenes, 2016]
[Bern u.a.: Scherz, 1995 unter dem Titel »Schwarzes Geld«]
[Bern u.a.: Scherz, 1968 unter dem Titel »Geld zahlt nicht alles«]
Archer in Hollywood (2)
[New York: Alfred Knopf, 1967]
1967
The Instant Enemy
[New York: Alfred Knopf, 1968]
1968 Durchgebrannt
[Reinbek: Rowohlt, 1972]
[Zürich: Diogenes, 1970]
The Goodbye Look
[New York: Alfred Knopf, 1969]
1969 Geld kostet zuviel
[Reinbek: Rowohlt, 1974]
[Zürich: Diogenes, 1970]
Archer At Large (3)
[New York: Alfred Knopf, 1970]
1970
The Underground Man
[New York: Alfred Knopf, 1971]
1971 Der Untergrundmann
[Zürich: Diogenes, 2015, Neuübersetzung]
[Reinbek: Rowohlt, 1975]
[Zürich: Diogenes, 1973]
Sleeping Beauty
[New York: Alfred Knopf, 1973]
1973 Dornröschen
[Zürich: Diogenes, 2015, Neuübersetzung]
[Zürich: Diogenes, 1975 u.d.T. »Dornröschen war ein schönes Kind«]
The Blue Hammer
[New York: Alfred Knopf, 1976]
1976 Der blaue Hammer
[Zürich: Diogenes, 1978]
Archer in Jeopardy (4)
[New York: Alfred Knopf, 1979]
1979

 

(2) Sammelband, enthält die Romane »The Galton Case«, »The Chill« und Black Money«

(3) Sammelband: »The Moving Target«, »The Way Some People Die« und »The Barbarous Coast«.

(4) Sammelband: »The Doomsters«, »The Zebra-Striped Hearse« und »The Instant Enemy».

 

Andere Romane:
Meet Me At The Morgue
[New York: Alfred Knopf, 1953]
[London: Cassell, 1954 unter dem Titel »Experience with Evil«]
1953 Triff mich in der Leichenhalle
[Reinbek: Rowohlt, 1969]
[Berlin: Amsel Verlag, 1955 unter dem Titel»Der Koffer unter dem Bett«]
The Ferguson Affair
[New York: Alfred Knopf, 1961]
1960 Die Akte Ferguson
[Bern u.a.: Scherz, 1963]

 

Erzähl-Bände:
The Name is Archer
[New York: Bantam, 1955]
1955 Sämtliche Detektivstories
Bd.1: Der Drahtzieher
Bd.2: Einer lügt immer
[Zürich: Diogenes, 1976]
[Teilausgaben: Reinbek: Rowohlt, 1967 unter dem Titel »Manche mögen's kalt« und Reinbek: Rowohlt, 1969 unter dem Titel »Manche mögen's eiskalt«]
Great Stories of Suspense (edited by R.M.)
[New York: Alfred Knopf, 1974]
1974
Lew Archer, Private Investigator
[New York: Mysterious Press, 1977]
1977
Early Millar. 1st stories of Ross MacDonald and Margaret Millar
[Santa Barbara: Cordelia, 1982]
1982
Strangers in Town. Three newly discovered Stories
[Norfolk (VA): Crippen & Landru, 2000]
2000

 

Sonstige:
On Crime Writing
[Santa Barbara: Capra Press, 1973]
1973
Self-Portrait: Ceaselessly Into the Past
[Santa Barbara: Capra Press, 1981]
1981

 

Klaus Baum hat 1996 einen Essay über Lew Archer geschrieben, der vom Süddeutschen Rundfunk gesendet wurde. Der Essay ist zu lang, um ihn hier abzudrucken. Wenn Sie an dem Text oder einer Cassette Interesse haben, schreiben Sie an klausbaum@t-online.de.

 

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